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Taizé-Chor "Lumen Cordium"

... der ökumenische Chor aus Walluf

20-jähriges Jubiläum

Seit Spätsommer 2006 trifft sich der ökumenische Taizé Chor "Lumen Cordium" unter der Leitung von Melanie Wolf und zur Gitarre von Ursula Beul - den beiden Gründerinnen – zum betenden Singen und singenden Beten. Das ist die Besonderheiten der Musik aus der vor rund 80 Jahren nahe Cluny in Frankreich von Roger Schutz gegründeten ökumenischen Gemeinschaft, die bis heute Anlaufstelle junger (und ehemals junger) Menschen aus aller Welt ist:

Einfache Melodien, kurze Texte in allen erdenklichen Sprachen, und man wiederholt das Lied so lange, bis man nicht mehr denken muss, es sich praktisch von selber singt. Dann wird der Kopf frei, die Alltagssorgen schweigen, und man ist ganz bei den Worten - Gott nahe. In diesem Zusammenhang steht auch der Name des Chores „Lumen Cordium“ - „Licht des Herzens“, der aus dem Taizé-Lied „Veni Lumen Cordium“ stammt.

Man erkennt schon, dass es sich bei den wöchentlichen Treffen nicht nur um eine Chorprobe handelt: Neben der üblichen Chorarbeit mit Einsingen, Stimmbildung und Einstudieren der Gesänge („nach dem Abendgebet ist vor dem Abendgebet“ - es gibt immer den Blick nach vorn), schließt die Chorprobe mit ein, zwei meditativ wiederholten Liedern und einem Moment der Stille. Zumindest bis der nächste Güterzug vorbeirattert, denn die evangelische Heilandsgemeinde, in der geprobt wird, liegt unweit der Bahn. Und unweit der Gewürzfabrik, was den Proben im Sommer bei offenen Fenstern eine besondere Duftnote verleiht.

Geprobt wird seit 20 Jahren mit einer unterschiedlichen Zahl an Mitsingenden; immer wieder einmal werden neue begrüßt oder bisherige verabschiedet. Bei den Abendgebeten werden sie auch bereichert durch einzelne Instrumentalisten mit einer Vielfalt an Instrumenten: vom Cello bis zur Querflöte, Oboe, Geige, Klarinette, neben E-Piano und Gitarre.

Die Mischung aus achtsamer Stimmbildung, gewissenhafter Chorarbeit aber auch spiritueller Erfüllung lässt viele immer wieder gerne dazukommen, auch wenn nicht jeder regelmäßig mitproben kann. In den 20 Jahren sind viele regelmäßige Gebete zusammengekommen: "Lumen Cordium" organisiert und begleitet verschiedene Taizé-Gebete im Rheingau (im Frühjahr und Herbst), dazu auch Gebete im Rahmen des „wandernden interreligiösen Friedensgebets“ oder der Gebetsreihe im Heiligen Jahr.

Die langjährige Übung erleichtert dabei das Verteilen der Aufgaben - vom Vorbereiten der Kirche, dem Anzünden vieler Teelichter, dem Drapieren der gelben, roten und orangenen Tücher, auf denen die Ikonen (Kopien der Originale aus Taizé) stehen, das Vergeben der Lesungen und Gebete – jede und jeder hilft mit.

Immer wieder wird "Lumen Cordium" auch von der evangelischen und der katholischen Jugendkirche in Wiesbaden eingeladen, bei einer „Nacht der Lichter“ mitzusingen und seit über15 Jahren besteht eine Verbundenheit mit dem Taizé-Gebetskreis in Trier, mit dem gemeinsam im großen Abendgebet im Trierer Dom bei den Heilig Rock Tagen gesungen wird.

Die Verbindung nach Taizé ist stets lebendig - es gibt immer wieder ein Chormitglied, das gerade aus Taizé kommt oder dorthin fährt. Und zum 20jährigen Jubiläum reiste fast der ganze Chor in die Nähe von Taizé, um an den Gebetszeiten teilzunehmen, Ausflüge in die Umgebung um Cluny herum zu unternehmen, die Chorgemeinschaft zu festigen und Zeit für Gespräche zu haben. Denn während der Chorprobe ist Melanie Wolf doch ganz Chorleiterin - Gespräche sind für die Zeit vor oder nach der Probe zu reservieren - ansonsten heißt es im Geist von Taizé: entweder singen oder schweigen. Damit die Gemeinschaft nicht zu kurz kommt, verbringt der Chor einmal jährlich einen Chortag oder ein Chorwochenende mit Phasen der Probenarbeit, aber vor allem Zeit für Gemeinschaft und die Feier von Morgen- und Abendgebeten.

Die Veranstaltungen des Taizé-Chores sind nie als Konzert zu verstehen - der Chor versteht sich selbst als Teil der singenden Gemeinde, begleitet die Anwesenden und gibt durch Mehrstimmigkeit, Gesangs- und Instrumentalsoli zusätzliche emotionale Tiefe und Farbigkeit.

So findet auch anlässlich des 20jährigen Bestehens ein Taizé-Gebet statt am Samstag, 26.09.2026 um 18.30 Uhr in der Kirche St. Martin in Oberwalluf, zu dem alle sehr herzlich eingeladen sind.

Und singfreudige Menschen, die Lust auf wohltuende Arbeit für Stimme und Seele und eine Auszeit vom Alltag haben, sind immer willkommen: Ansprechpartnerinnen sind Melanie Wolf (melanie.wolf@yahoo.de, Tel. 0163-2602 785) und Ursula Beul (Tel. 06123-97 27 55).

Tina John

10 Jahre Lumen Cordium - ökumenischer Taizè-Chor Walluf

Donnerstag, 25. Mai 2006 - Himmelfahrt 

Während des Imbiss nach dem ökumenischen Gottesdienst in Walluf stellte Pfarrer Ralf Senft zwei Frauen einander vor - Ursula Beul aus der evangelischen und Melanie Wolf aus der katholischen Gemeinde. Zwei ganz unterschiedliche Frauen mit einer gemeinsamen Idee, die sie unabhängig voneinander hatten - sie wollen das Gemeindeleben mit Gebeten und Gesängen aus Taizé bereichern. Melanie ging noch einen Schritt weiter - sie wollte einen Chor gründen, der diese Gebete vorbereitet und die Gebete in den Gemeinden um Mehrstimmigkeit bereichert. Man tauschte sich aus, entwickelte Ideen, verbreitete die Idee im Bekanntenkreis, in den Gemeinden und entschied, dass man es ja mal versuchen könne. Eine erste Probe fand dann nach den Sommerferien statt. Es sollte ein Gebet im November in der Heilandsgemeinde stattfinden. Danach würde man dann sehen, ob und wenn ja, wie es weiter gehen könnte. Nach diesem Gebet - so gut gelungen und ein so schönes Erlebnis für alle - erübrigte sich die Frage.

Seitdem hat sich vieles weiterentwickelt. Der Gesang des Chores wurde erweitert - Solisten aus dem Chor und Instrumentalisten mit Gitarre, E-Piano, Flöte, Geige, Klarinette, Cello - bereichern die Gebete. Viele Gebete wurden vorbereitet -in den Kirchen im Rheingau u.a. in Walluf, Rauenthal, Martinsthal, Hattenheim, Mittelheim, Kloster Eberbach;  aber auch über den Rheingau hinaus wie in Gnadenthal, Wiesbaden oder bei den Heilig-Rock-Tagen in Trier.

Wir haben bei unseren Vorhaben immer viel Unterstützung durch die beiden Kirchengemeinden erfahren. Um uns gesanglich weiterzubilden, haben wir bereits drei Mal die Unterstützung einer Gesangslehrerin in Anspruch genommen.

Der Chor ist zu einer Gemeinschaft gewachsen, die aus ca. 15 SängerInnen besteht. Jedes Chormitglied übernimmt Aufgaben, die sich bei der Vorbereitung der Gebete ergeben. Zudem werden die Gebete oft noch von Gastsängerninnen aus einem anderen Chor unterstützt. Die Zusammensetzung des Chores ist nicht statisch - immer mal wieder kommen Interessierte neu hinzu. Andere scheiden aus verschiedenen Gründen wieder aus.

Gesungen werden Taizé-Lieder, die eine ganz besondere Atmosphäre hervorrufen: „Mit Gesängen beten ist eine wesentliche Form der Gottsuche. Kurze, stets wiederholte Gesänge schaffen eine Atmosphäre, in der man beten kann“ (Presses de Taizé). Im Vordergrund steht dabei nicht ausschließlich die Probenarbeit wie z. B. bei einem konzertanten Chor, auch wenn Stimmbildung oder sängerische Aspekte immer einfließen. Vielmehr wollen wir auch während des Probens diese Gebetsstimmung genießen, zeitweise in Meditation versinken und so das „Licht des Herzens“ (Lumen Cordium) erfahren.

Um Gesänge intensiv zu proben, aber auch um Zeit gemeinsam zu verbringen und sich noch besser kennenzulernen, gibt es das Chorwochenende - in diesem besonderen Jahr fahren wir nach Taizé.

Singend beten - betend singen - seit 10 Jahren treffen wir uns, Gesänge zu meditieren, um das Lied als Gebet zu erschließen. Jede Probe wird mit dem singenden Beten von zwei oder drei Gesängen und einer kurzen Stille beendet.

Und wer jetzt Lust am Singen und Beten verspürt hat, der soll doch einfach mal bei uns reinschauen. Chorproben finden dienstags ab 19.30 Uhr im Gemeindehaus der Evangelischen Heilandsgemeinde, Schöne Aussicht 10 (hinter der Heilandskirche) in Niederwalluf statt. Für Fragen stehen auch Melanie Wolf oder Ursula Beul (06123-972755) zur Verfügung. Wir freuen uns über jede neue Sängerin oder jeden neuen Sänger. Chorerfahrung ist nicht unbedingt erforderlich, wenn die Fähigkeit einigermaßen sicher zu singen vorhanden ist.

Wir freuen uns auf die nächsten 10 Jahre!

Bilder und Text: Melanie Wolf

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