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Kultur der Achtsamkeit

Kultur der Achtsamkeit
Kultur der Achtsamkeit
© Bistum Limburg

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

seit einigen Jahren müssen wir uns mit einem Geschehen in unserer Katholischen Kirche auseinandersetzen, was so gar nicht mit dem Evangelium Jesu und der bedingungslosen Liebe Gottes im Einklang steht. Die schrecklichen Nachrichten über sexuellen Missbrauch an Kindern, Jugendlichen und schutzbefohlenen Erwachsenen durch Kleriker und andere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unserer Kirche nehmen kein Ende.

Und ich muss ehrlich gestehen, die Austrittswelle in Köln wundert mich nicht. Es ist eine Reaktion auf ein Geschehen, was Entsetzen, Wut und oft auch Fassungslosigkeit bei vielen Menschen auslöst. Mir persönlich hat es wieder einmal mehr die Sprache verschlagen, als das Ausmaß der Missbrauchsfälle und deren Vertuschung im Bistum Köln öffentlich gemacht wurde. Nach meiner Sprachlosigkeit folgte Wut auf die Kirche, für die ich arbeite. Diese Wut teilte ich Bischof Georg mit, der mir antwortete, dass wir Erschütterung und Wut ertragen müssen. Wir sind es den Betroffenen, den Opfern und auch unseren Kindern schuldig, Transparenz zu schaffen um echte Aufarbeitung durchzuführen. Bischof Georg hat mir versichert, dass er weiterhin dafür eintreten wird, dass „durch all dieses Dunkle auch etwas vom Glanz des Evangeliums Christi auf das Leben der Menschen scheint.“

Ich möchte mit diesem Artikel ein wenig von dieser Transparenz schaffen und hoffe, dass sie weiter lesen.

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Im Jahr 2018 wurde in unserem Bistum die MHG Studie veröffentlicht und wir hatten es schwarz auf weiß, dass auch in unseren Pfarreien und Einrichtungen Missbrauch geschehen ist. Damals wurde ein Projekt ins Leben gerufen, um zum einen dafür Sorge zu tragen, dass den Betroffenen Gehör verschafft wird und zum anderen unsere Kirche als ein System beleuchten sollte, welches nicht nur den Missbrauch ermöglicht hat, sondern in dem es auch geduldet und vertuscht wurde.

In mehreren Teilprojekten wurde an Hand der Missbrauchsstudie herausgearbeitet, welche systemischen Voraussetzungen Missbrauch möglich gemacht haben und was geändert werden muss.

Unter dem Titel „Betroffene hören - Missbrauch verhindern“ können Sie auf diesen Seiten das Ergebnis des Projektes nachlesen.

Auf allen Ebenen der Katholischen Kirche wird seit 2010 (2010 - erste Veröffentlichung von Missbrauchsfällen in der Katholischen Kirche) an der Prävention gearbeitet, nur leider wissen viel zu wenige Menschen davon.

Jede Pfarrei in unserem Bistum hat mindestens eine geschulte Fachkraft zur Prävention vor Missbrauch. Sie hat die Aufgabe, Brückenfunktion zwischen Betroffenen und den Beratungsstellen einzunehmen, beratend zur Seite zu stehen, wenn sich ein Verdacht aufzeigt und hat die Aufgabe, die Präventionsarbeit in der Pfarrei zu leiten. In St. Peter und Paul  Rheingau sind das Petra Schleider, Eberhard Vogt und ich (Elisabeth Schulz).

Im Zusammenhang mit der Aufarbeitung haben die Deutsche Bischofskonferenz und die Verantwortlichen in unsrem Bistum weitere Maßnahmen angestoßen, um Missbrauch sowie Übergriffigkeit und Grenzverletzungen in unserer Katholischen Kirche zu verhindern.

Dies sind erste Schritte zur Prävention vor Missbrauch, mit denen wir das Leid, welches den Menschen zugefügt wurde und wird nicht ungeschehen machen können, aber verhindern können, dass es weiter möglich ist.

Die Studien und Projekte zeigen uns unter anderem, dass wir eine Verhaltensänderung in unserer Kirche anstoßen müssen, damit eine „Kultur der Achtsamkeit“ in unseren Gemeinden vor Ort gelebt wird. Ein kleiner Baustein in der Präventionsarbeit ist das sogenannte „Institutionelle Schutzkonzept“ zur Prävention vor Missbrauch. Ziel dieses Schutzkonzeptes ist es, dass Kinder, Jugendliche und erwachsene Schutzbefohlene sich in unserer Kirche in Freiheit und geschützt entwickeln und aufwachsen können. Wir wollen Räume schaffen, in denen sie sich wohlfühlen und selbstbestimmt mit uns zusammen das Licht des Evangeliums altersgerecht entdecken und erleben können. An diesem Schutzkonzept arbeitet eine Gruppe von ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen seit einiger Zeit. Hier sind Menschen aus allen Bereichen der Kinder- und Jugendarbeit unserer Pfarrei mit dabei. Im Sommer diesen Jahres wird dieses Schutzkonzept verabschiedet und es beginnt die Zeit der Implementierung in allen Bereichen. Dann wird dieses Konzept auch hier auf der Homepage zu lesen sein.

Zwei Schlüsselworte sind Kern dieses Konzeptes: „Achtsamkeit“ und „respektvoller Umgang“. Gelebte Achtsamkeit und respektvoller Umgang miteinander sind Haltungen, die wir einüben können, damit Machtstrukturen abgebaut werden, die Übergriffigkeit, Grenzverletzungen und Missbrauch begünstigen.

Mit dieser Information möchte ich aufzeigen, dass sich in unserer Katholischen Kirche etwas bewegt, dass wir daran arbeiten und dafür eintreten, dass Kirche ein sicherer Ort für Kinder, Jugendliche und schutzbefohlene Erwachsene wird.

Herzliche Segensgrüße
Elisabeth Schulz, Gemeindereferentin

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Arbeitskreis gegründet

In unserer Pfarrei hat ein Arbeitskreis zur Erstellung eines institutionellen Schutzkonzeptes zur Prävention vor sexualisierter Gewalt seine Arbeit aufgenommen. Die Gruppe, unter Leitung von Gemeindereferentin Elisabeth Schulz, arbeitet unter dem Titel "Kultur der Achtsamkeit".

Geschulte Fachkräfte und damit Ansprechpersonen zum Thema "sexualisierte Gewalt" sind

Informationen und Hilfe erhalten Sie auch unter

Die Gruppe wird regelmäßig über ihre Arbeit berichten.

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Petra Schleider
Ansprechpartnerin im Pastoralteam für seelsorgliche Dienste, Prävention vor sexualisierter Gewalt und Trauerpastoral
Rauenthal
Tel.:06123-7907221
Eberhard Vogt
Ansprechpartner im Pastoralteam für Erstkommunion, Religionsunterricht an Grundschulen und Prävention von sexualisierter Gewalt
Tel.:06723-2097
Elisabeth Schulz
Ansprechpartnerin für Erstkommunion, Familienpastoral, Kindertagesstätten, Prävention von sexualisierter Gewalt und Kath. Öffentliche Büchereien

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Bistum Limburg

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