Kategorien &
Plattformen

Eingewöhnung: Ankommen und Bleiben können

Bedürfnisorientierte Eingewöhnung nach dem Berliner Modell
Eingewöhnung: Ankommen und Bleiben können
Eingewöhnung: Ankommen und Bleiben können
© truthseekder08-pixabay in pfarrbriefservice.de


Konzept zur Eingewöhnung
Bedürfnisorientierte Eingewöhnung nach dem Berliner Modell

Ziel des Berliner Modells ist es, individuell auf die Bedürfnisse, Situation und Bedingungen des Kindes einzugehen und so entsprechende Entscheidungen über das „Wann“ oder „Wie“ zu treffen. Das Resultat ist eine sehr behutsame und schrittweise Gewöhnung der Kinder an die Erzieher und die fremde Umgebung.
Konkret angewandt, bedeutet das: Die Eingewöhnung wird in verschiedene Phasen eingeteilt – meistens drei bis vier, die in der Länge variieren und je nach Bedürfnis des Kindes verlängert werden können.

Nach einer gelungenen Eingewöhnung hat ein Kind etwas ganz Wichtiges gelernt: "Meine Mutter und ich können uns beruhigt voneinander verabschieden". Sie hat mir gezeigt, dass ich hier bedenkenlos bleiben kann und meine Erzieherin auf mich aufpasst. Ich bin gut versorgt und außerdem wartet ein toller Spielmorgen mit anderen Kindern auf mich. Und meine Mutter kommt wieder, holt mich ab und wir gehen gemeinsam nach Hause.

Damit wir dieses Ziel erreichen, wird in unseren Kitas:

  • elternbegleitet,
  • bezugspersonen-orientiert und
  • abschiedsbetont

eingewöhnt.

Elternbegleitet heißt:

In unseren Kitas wird ein mehrstufiges Aufnahmeritual vorgenommen.
Die Eltern bekommen eine rechtzeitige Information, dass ihre Beteiligung am Eingewöhnungsprozess des Kindes bindend sein muss. Daher mindestens vier Wochen vor einer eventuellen Wiederaufnahme der Berufstätigkeit eingewöhnen.

Während der zwei/dreitägigen Grundphase der Eingewöhnung hält ein Elternteil sich mit dem Kind ein oder zwei Stunden im Gruppenraum auf.
Die Eltern sollen sich eher passiv verhalten, ihr Kind auf keinen Fall drängen, sich von ihnen zu entfernen und es immer akzeptieren, wenn das Kind ihre Nähe sucht.
Dieser „sichere Hafen“ zu sein, ist exakt die Aufgabe des eingewöhnenden Elternteils.
Das Kind braucht vor allem in den ersten drei Tagen das Gefühl, jederzeit die Aufmerksamkeit von Mutter oder Vater zu bekommen.
Die Erzieherin versucht vorsichtig und ohne zu drängen, über Spielangebote oder Beteiligung am Spiel des Kindes, Kontakt zu ihm aufzunehmen.
Trennungsversuche finden in der Grundphase nicht statt.

Am dritten/vierten Tag unternimmt der begleitende Elternteil einen ersten Trennungsversuch.
Einige Minuten nach Ankunft im Gruppenraum verabschiedet er sich vom Kind, und verlässt den Raum, auch wenn das Kind protestiert, bleibt aber in der Nähe der Tür.

Reagiert das Kind auf den Weggang von Mutter oder Vater eher gleichmütig, ist es weiter interessiert an seiner Umgebung und bleibt ansprechbar, so wird diese erste Trennungsepisode bis maximal 30 Minuten ausgedehnt.
Dies gilt auch, wenn das Kind zwar zu weinen beginnt, sich aber rasch von  der Erzieherin beruhigen lässt.
Die Erzieherin beobachtet während des Abschieds und bei der Wiederkehr des begleitenden Elternteils das Verhalten des Kindes gegenüber Mutter oder Vater. Durch Beobachtung des Kindes in der Grundphase und während dieser ersten Trennung findet die Erzieherin heraus, in welchem Maß das Kind die Anwesenheit von Mutter oder Vater über 5 Tage hinaus wirklich braucht.

In der Stabilisierungsphase, die mit dem 3. bis 4. Tag beginnt, übernimmt die Erzieherin im Beisein des Elternteils, die Versorgung des Kindes (Füttern, Wickeln, etc.).

Bleibt das Kind alleine mit der Erzieherin, halten sich für den Notfall Mutter oder Vater in unsere Einrichtung auf (Stabilisierungsphase).
Akzeptiert das Kind die Trennung von den Eltern, entwickelt der begleitende Elternteil mit Hilfe der Erzieherin ein kurzes Abschiedsritual:
z.B. Winken am Fenster oder das Begleiten bis zur Gruppentür.

Die Eingewöhnung des Kindes ist grundsätzlich dann abgeschlossen, wenn es die Erzieherin als „sichere Basis“ akzeptiert und sich von ihr trösten lässt.

Bezugspersonen-orientiert heißt:

In der Kita bekommt jedes neu aufgenommene Kind zur Eingewöhnung seine "Bezugserzieherin", damit sich zwischen beiden eine tragfähige Beziehung entwickeln kann, bis das Kind voll integriert ist.

  • Die Erzieherin ist die vorrangige Ansprechpartnerin und Kontaktperson.
  • Im Beisein von Mutter oder Vater führt sie das Kind in ihre Gruppe ein und gewinnt an Bedeutung, während die Anwesenheit des Elternteils immer unnötiger wird.
  • Die Bring-Zeit wird mit der Bezugserzieherin abgesprochen, so dass sie mit Sicherheit bei der morgendlichen Ankunft "ihres" neuen Kindes da ist.
  • Während der Eingewöhnungsphase nehmen die Erzieherinnen keinen Urlaub.
  • Um dem Kind den Start zu erleichtern, werden von der Bezugsperson höchstens zwei Kindern gleichzeitig eingewöhnt.
  • Während der Eingewöhnung basteln die Eltern eine Portfolio-Seite, d. h. Fotos von der Familie werden zu einem Buch zusammengestellt. So kann das Kind, egal wann, sein Ich-Buch nehmen und anschauen, um somit seine vertrauten Personen und Gegenstände anzusehen.

Abschiedsbetont heißt:

  • In der Kita gibt es einen klaren Abschied.
  • Ist der Zeitpunkt gekommen, zu dem, aufgrund des bisherigen Verhaltens des Kindes gegenüber der neuen Bezugsperson, eine kurze Trennung von der Mutter versucht werden kann, verabschiedet sich die Mutter liebevoll und herzlich von ihrem Kind und geht.
  • Die Mutter übergibt beim Abschied das Kind der Erzieherin. Damit vermittelt sie ihm, dass sie den Wechsel für gut und richtig hält.
  • Die Erzieherin wird nicht das weinende Kind von ihr abnehmen.
    Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Kind bei der Trennung von seinen Eltern protestiert oder weint. Entscheidend jedoch ist, inwieweit sich das Kind von der Erzieherin beruhigen lässt bzw. dass es sich schon bald freudig dem Gruppengeschehen zuwendet.

 

 

Cookie Einstellungen

Statistik-Cookies dienen der Anaylse, indem Informationen anonymisiert gesammelt werden.

Anbieter:

Google Ireland Limited

Datenschutz

Bistum Limburg

Datenschutz