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Den Weg zu Gott bereiten

Predigt von Pfr. Nandkisore am Fest Erscheinung des Herrn (Dreikönig)
Den Weg zu Gott bereiten
Den Weg zu Gott bereiten
© Friedbert Simon in pfarrbriefservice.de
  • Evangelium

  • Predigt


„Durch den Stern, dem die Weisen gefolgt sind, hast du am heutigen Tag den Heidenvölkern den Sohn geoffenbart“. Tagesgebet des Festtages

Liebe Schwestern und Brüder,

ein Himmelszeichen, der Stern, hat nicht nur die Könige oder Weisen zur Krippe geführt, sondern gleich ganze Völker! Diejenigen, die wir heute besonders feiern, dürfen also nicht für sich alleine gesehen werden. Normalerweise würden an diesen Tagen unsere Sternsinger durch die Gemeinden ziehen und den Segen in die Häuser bringen. Kinder übernehmen etwas, was zutiefst unser aller Aufgabe ist: anderen Gottes Segen zu bringen. Die Zeit der Pandemie bringt vieles durcheinander, Gewohntes bricht weg. Das bietet auch Chancen: die Chance, Dinge neu zu überdenken. Zum Beispiel: Was können uns die drei Weisen über uns und unsere Aufgabe in dieser Welt erzählen?

- Ein Stern genügt und diese Männer verlassen ihre Heimat, das Gewohnte. Da ist etwas in ihnen, das sie aufbrechen lässt, dass sie gemeinsam erreichen wollen. Als Christen sind wir in einer Gemeinde gemeinsam unterwegs. Ist das mehr als eine zufällige Zweckgemeinschaft? Welcher Sehnsucht folgen wir hier und sind durch sie gemeinsam verbunden? Über Kirchenentwicklung wird in unserem Land gerade viel gesprochen. Sind wir daran interessiert, dass andere „Völker“ zu Christus finden?

- Die Könige verlassen das Gewohnte und das zeigt, dass sie offen sind für Neues. Diese Zeit der Pandemie zwingt uns, Gewohntes zu verlassen. Aber: sind wir dabei auch neugierig und offen für Neues oder halten wir nur durch, um bald wieder in unsere alten Gewohnheiten zurückfallen zu können? Aber seien wir ehrlich: das Gewohnte hat dazu geführt, dass jedes Jahr weniger Menschen am Gemeindeleben interessiert waren, den Gottesdienst besuchten, sich engagieren wollten. Wäre es nicht gut, Gewohntes bewusst zu unterbrechen, um Neues auszuprobieren. Jetzt ist dazu die beste Zeit!

- Die drei Könige brauchten Mut für ihren Aufbruch, für diese Reise. Einen solchen Mut haben wir nur, wenn wir wissen, was uns wichtig ist. „ein neugeborener König“ ist es bei den drei Weisen, einer, der durch himmlische Zeichen ausgezeichnet ist. Sie sind Sucher, ja Gottsucher, so sind sie in der Tradition verstanden worden. Wo lebt diese Gottsuche in uns? Merken andere, dass wir auf dieser Suche sind, ja dass wir immer wieder auch Ungewohntes auf uns nehmen, um genau dieser Suche in uns auf der Spur zu bleiben? Nicht wenige Menschen haben den Eindruck, dass es bei uns recht langweilig zugeht. Andere wurden durch den Lockdown auf Abstand zu uns gezwungen – und entdecken, dass ihnen nicht viel fehlt. Ich glaube, dass Mut und Begeisterung ansteckend sind!

- Als die drei Könige fast am Ziel sind, kommt es zu einer entscheidenden Situation: sie geraten in Machtspiele! Es wäre naiv zu glauben, dass auch das bei uns in der Kirche nicht der Fall wäre – und keineswegs erst auf der Eben von denen „da oben“. Machtspiele: wer hat was zu sagen? Wer steht im Zentrum der Aufmerksamkeit und will es auch? Wenn in mir die Sehnsucht nach Gott überwiegt, die Leidenschaft für Seine Sache, werde ich diese Machtspiele durchschauen oder mich ihnen zumindest nicht hingeben und widmen. Ich werde mich ihnen entziehen. Das wird dann gelingen, wenn es mir im Sinne der Vaterunser-Bitte darum geht, dass das Reich des Vaters kommen möge.

- Damit hängt eine weitere Eigenschaft der Könige zusammen: sie sind klug genug, die Stimme Gottes von der anderer zu unterscheiden! Im Traum wird ihnen etwas gesagt und alle drei erkennen darin ein göttliches Wort. Es mag eigenartig klingen, wenn ich sage, dass es sich lohnt, auch auf die Botschaft unserer Träume zu achten! Wenn wir da aufmerksam werden, entdecken wir immer wieder auch Hinweise, wo wir uns selbst untreu geworden sind, unserem Gewissen – der Stimme Gottes in uns. Entscheidend ist, ob wir uns Zeit dafür nehmen, darauf zu hören.

- Die Könige wussten um ihr Ziel und deswegen wussten sie im ärmlichen Stall, dass sie angekommen sind. Kenne ich meine Ziele als Mensch, als Christ? Wissen wir als Gemeinde um unsere nächsten gemeinsamen Etappenziele? Um diesen Einsatz geht es: Wenn wir der von Gott in unser Herz gelegten Sehnsucht folgen, werden wir immer wieder erleben, „Gott zu finden“!

Mit dieser Sehnsucht fängt es an – fängt es immer an, wenn wir die Welt im Sinne Gottes verwandeln wollen. Amen.

 

Fürbitten

Unseren Herrn Jesus Christus, den die Weisen aus dem Morgenland fanden, als sie dem Stern und ihrer Sehnsucht folgten, bitten wir:

- Die drei Weisen haben deinen Stern gesehen und haben sich auf den Weg gemacht: Wir bitten Dich für unsere Gemeinden, dass wir Menschen dabei helfen, die Sehnsucht ihres Lebens entdecken zu können.

 (Christus, höre uns – Christus, erhöre uns)

- Die drei Weisen fragten in Jerusalem nach dem neugeborenen König: Wir bitten um Mut für all die, die ihrem Leben eine neue Richtung geben wollen, dass sie offen sind für die Hinweise, die Du ihnen geben willst.

- Die drei Weisen ließen sich durch einen Traum einen Weg zeigen: Wir bitten für alle unsicher gewordenen, dass sie nicht der Gefahr erliegen, fremden Interessen zu folgen, sondern auf die Stimme ihres Gewissens hören.

- Die drei Weisen erkannten im ärmlichen Stall das Ziel ihrer Reise. Wir bitten für uns, dass wir uns besonders für die einsetzen, die unter Armut, Benachteiligung und Ausgrenzung zu leiden haben und ihnen so Deine Nähe und Fürsorger bezeugen.

- Für unsere Verstorbenen erbitten wir, dass sie das Ziel ihrer Sehnsucht bei Dir gefunden haben.

Denn Du bist der, der unsere Sehnsucht stillen möchte. Dir sei Dank, mit dem Vater und dem Heiligen Geist, jetzt und in alle Ewigkeit. Amen.

Dr. Robert Nandkisore
Pfarrer
Kirchgasse 165343Eltville
Tel.:06123 703770

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